Die weltweit installierte schwimmende PV-Kapazität (FPV) hat im Jahr 2024 die 10-GW-Marke überschritten und wächst jährlich um über 30 % – schneller als die bodenmontierte. Landknappheit in Südostasien und Südasien treibt den größten Teil dieses Wachstums voran, aber der inhärente Ertragsvorteil und die Wassereinsparungsvorteile von FPV eröffnen Märkte weit über dicht besiedelte Regionen hinaus.

Warum schwimmende Solaranlagen mehr Erträge bringen als Freilandanlagen

Wasser kühlt die Module. Solarmodule verlieren etwa 0,35–0,45 % Leistung pro Grad Celsius über ihrer Nenntemperatur (25 °C). In heißen Klimazonen – dem Nahen Osten, Süd- und Südostasien sowie Zentralasien – erreichen Dach- und Freiflächenmodule an sonnigen Tagen häufig Temperaturen von 55–70 °C, was zu einem Verlust der Wärmeleistung von 10–20 % führt. Auf dem Wasser schwimmende Module bleiben aufgrund der Verdunstungskühlung von der Wasseroberfläche 3–8 °C kühler. Über ein ganzes Jahr hinweg kann dieser Kühleffekt in einem heißen Klima die jährliche Erzeugung im Vergleich zu vergleichbaren landgestützten Systemen um 5–15 % steigern.

Ein zusätzlicher Vorteil: FPV-Arrays beschatten die Wasseroberfläche und reduzieren so die Verdunstung aus Reservoirs um 30–70 %. In wasserarmen Regionen (MENA, Zentralasien) ist dies kein kleiner Zusatznutzen – es kann den jährlichen Verdunstungsverlust eines 1 km² großen Stausees um Hunderttausende Kubikmeter pro Jahr reduzieren.

Schwimmende Strukturtypen

HDPE-Pontonschwimmer

Pontonsysteme aus hochdichtem Polyethylen sind weltweit die am weitesten verbreitete FPV-Struktur. Einzelne Kunststoffschwimmer verbinden sich zu einer durchgehenden Plattform, auf der die Module auf Aluminiumschienen montiert sind. HDPE ist UV-beständig, chemisch inert und hat sich seit über 20 Jahren in Süßwasser bewährt. Der modulare Aufbau ermöglicht eine einfache Erweiterung und einen einfachen Transport. Die meisten Systeme in Südostasien und Indien verwenden HDPE-Pontons.

Schwimmkörper aus Stahlrahmen

Stahl- oder verzinkte Rahmenkonstruktionen mit speziellen Schwimmkörpern werden in größeren Versorgungsprojekten und in Salzwasser- oder Brackwasserumgebungen verwendet, in denen HDPE-Pontons möglicherweise Bedenken hinsichtlich der langfristigen Haltbarkeit haben. Eine höhere strukturelle Festigkeit ermöglicht größere Array-Abschnitte und eine bessere Windbeständigkeit, jedoch höhere Kosten- und Korrosionsmanagementanforderungen.

Wichtige Designüberlegungen

Kostenvergleich: FPV vs. Bodenmontage

FPV-Systeme kosten etwa 15–25 % mehr als gleichwertige bodenmontierte Systeme. Ein 1-MWp-Freiflächenprojekt könnte bei der Installation 650.000 bis 750.000 US-Dollar kosten; Das entsprechende FPV-Projekt würde 750.000–950.000 US-Dollar kosten. Die Prämie setzt sich ungefähr wie folgt zusammen:

Der Aufschlag wird teilweise durch den höheren Ertrag (5–15 % mehr Erzeugung pro MWp) und, was entscheidend ist, durch die Vermeidung von Grundstückserwerbs- oder Pachtkosten ausgeglichen – die in städtischen Märkten mit geringem Flächenangebot erheblich sein können.

Geeignete Gewässer

Globaler Marktausblick

Südkorea und Japan waren Pioniere des kommerziellen FPV. Indiens beschleunigtes FPV-Programm zielt auf 10 GW bis 2030 ab. Die südostasiatischen Märkte – Vietnam, Thailand, Indonesien – verfügen über schnell wachsende Projektpipelines. Der Nahe Osten entwickelt sich zu einem Markt mit großem Potenzial für FPV für Entsalzungseinlassteiche und Bewässerungsreservoirs, wo neben der Energieerzeugung der Wassereinsparungsvorteil ein Haupttreiber ist.